Burnout im Homeoffice vorbeugen

Damit die Arbeit im Homeoffice nicht in einem Burnout endet, können Sie einiges tun, damit es nicht soweit kommt.

Die größte Herausforderung beim Arbeiten im Homeoffice ist, eine klare Grenze zwischen Arbeits- und Wohnalltag zu ziehen. Mangels Arbeitszimmer wird die Arbeit auf dem Küchentisch erledigt, abends noch schnell die E-Mail beantworten, am Wochenende nur kurz den Laptop anmachen, um die Woche vorzubereiten. Ganz schnell verschwindet diese Grenze. Hinzu kommt, dass sich so manch einer gegen das Vorurteil stemmt, im Homeoffice arbeite man eigentlich nicht wirklich, so dass man bei jeder Pause ein schlechtes Gewissen hat und sich ständig fragt, arbeite ich genug? Die Folge ist oft, dass mehr gearbeitet wird als im Büro. Wenn dann auch noch kleine Kinder oder Kinder im Distanzlernen zu betreuen sind, wie es in der aktuellen Corona-Krise häufig der Fall ist, wird die Arbeit gerne in die Zeit verlegt, in der die Kinder schlafen, also in den Abend oder die Nacht.

Wie erkenne ich nun, ob ich noch in einer starken (beruflichen) Belastung bin oder schon mittendrin im Burnout? Die Übergänge sind fließend und die Symptome sehr individuell. Häufig klagen die Betroffenen jedoch über Schlafstörungen, innere Unruhe, Nervosität und innere Leere. Durch social distancing sind die sozialen Kontakte oft auf das Mindeste reduziert oder sogar gar nicht vorhanden. Einsamkeit kommt hinzu. Ein erstes Alarmzeichen ist, wenn man beginnt, sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen. Spätestens dann sollten Sie handeln!

Wie können Sie also dem Burnout im Homeoffice vorbeugen? (Erste Anregungen können Sie HIER nachlesen.)

  1. Hinterfragen Sie Ihre inneren Überzeugungen zum Thema Arbeit. Ist Ihre innere Überzeugung z.B. "erst die Arbeit, dann das Vergnügen"? Ist das wirklich Ihre innere Überzeugung oder haben Sie das einfach nur oft von anderen gehört (z.B. Eltern, Lehrerinnen/Lehrer, Freunde/Freundinnen? Formulieren Sie Ihre inneren Überzeugungen um, z.B. "Ich bin genug" und sagen Sie sich diese neuen Formulierungen so oft wie möglich am Tag. Achten Sie bei der Umformulierung darauf, dass es ein positiver Satz ist!
  1. Wie sieht es mit Ihrem Anspruch an sich selbst aus? Passt die Aussage "wenn ich etwas mache, dann zu 100%" zu Ihnen? Dann ist Ihr Anspruch an sich selbst viel zu hoch. Die Gefahr ist sehr groß, dass Sie Angst haben, zu versagen, dass Sie sich nicht mehr entspannen können, weil Ihre Gedanken permanent um die Arbeit/das Projekt kreisen. Ihre Strategie dagegen könnte so aussehen, dass Sie sich darauf konzentrieren, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen, nur 80% der Arbeit perfekt zu machen und fragen Sie sich selbst, ob der Aufwand lohnt.
  1. Überprüfen Sie die Einstellung zu sich selbst: Sind Sie es sich wert, dass Sie gut auf sich achtgeben, dass Sie für sich, ihren Körper und auch Ihre Seele, gut sorgen, z.B. mit gesunder Ernährung, Bewegung (gerne an der frischen Luft), Entspannung, sozialen Kontakten? Formulieren Sie auch hier bei Bedarf Ihre inneren Überzeugungen zu Ihrem Selbstwert um und leben Sie sie. Planen Sie sich täglich ausreichend Zeit für sich selbst in Ihrem Kalender ein. Machen Sie sich eine Liste mit Dingen, die Ihnen guttun, die Ihnen Spaß machen und suchen Sie sich täglich etwas aus dieser Liste aus!

Verändern Sie nicht alles auf einmal, gehen Sie in kleinen Schritten vor. Es braucht Zeit, bis sich neue Gewohnheiten etabliert haben.

Wenn Ihnen diese Dinge schwerfallen oder unnötig erscheinen, wechseln Sie einmal die Perspektive. Würden Sie Ihrem Kind/Ihrer besten Freundin oder bestem Freund raten, so weiterzumachen wie bisher?